Warum „Panta Flux"?
Panta rhei – alles fließt. Heraklit wusste das, die Tibeter auch. Der Flux-Kompensator aus Zurück in die Zukunft sowieso. Und dann war da auch noch: Fluxus!
Panta – alles. Flux – das Fließen, Wandel. Griechisch trifft Latein, die Wurzeln europäischer Hochkultur.
Ein Name als Wegweiser und Bekenntnis zugleich: Leben ist Veränderung. Alle Dinge sind vergänglich. Alles fließt. Manches klingt.
Panta Rhei als Künstlername wäre zu abgedroschen gewesen.
Und für Suchmaschinen eine Katastrophe.
Musik? Musik!
Das Kernkonzept meiner Musik bezeichne ich gerne als LEGOing – Musik bauen wie mit Legosteinen, spielerisch und experimentell. Kein bestimmtes Genre, keine Bühne, kein Karriereplan. Einfach machen – weil ich es nicht lassen kann.
Die Einflüsse kommen gefühlt aus einer anderen Zeit – Kraftwerk, Tangerine Dream, Jean‑Michel Jarre, Vangelis: das war die Musik einer Ära, in der die Menschheit zum Mond flog und Synthesizer Klänge verbreiteten, als kämen sie aus den unendlichen Weiten des Weltraums. Meine Faszination dafür ist nie verflogen.
Aufgewachsen mit Synthpop und Musik, die damals schlicht nach Zukunft klang, kam bei mir irgendetwas zwischen Space Opera und dem selbst geprägten Begriff Toytronic heraus: Electronic mit spielerischen Klangelementen, ernst in der Tiefe, verspielt an der Oberfläche. Es kann aber auch mal orchestral oder experimentell zugehen.
Reingehört
Hier findet ihr eine kleine, bunte Auswahl meiner Musikstücke – kein Algorithmus, keine Playlist-Logik.
Mein Weg
Rückblickend hat es für mich mit Popcorn von den Butterfingers angefangen. Irgendwann in der Kindheit, irgendwo im Radio – da wurde in mir der Gedanke gepflanzt: Das will ich auch können. Der SID-Chip im C64 zeigte mir, dass es auch zu Hause möglich ist. Der Amiga 500 bestätigte es.
Ende der 1980er zog der erste Synthesizer bei mir ein: ein Yamaha SY77, den ich zwar liebte, aber nie wirklich zu beherrschen lernte. Es folgten Uni, Umzüge, das Leben – und eine längere musikalische Pause. Anfang der 2000er musste ich dann unbedingt einen Korg Triton Pro haben, den ich auch heute noch besitze. Aber erst 2013 mit Ableton Live 9 und dem ersten Push packte es mich so richtig – und dieses Feuer brennt bis heute in mir.
Genauso einnehmend hat Gaming mich mein Leben lang begleitet – von den ersten Pixeln auf dem C64 bis zu VR mit der Valve Index heute. Auch das eine Form von Welten bauen, von Systemen verstehen, von Spielfreude als Grundhaltung. Und der charakteristische 8-Bit-Sound ist immer dabei.
Mein eigentlicher Broterwerb war in den letzten Jahrzehnten das technische Übersetzen. Dann wurde 2024 zufällig eine Krebserkrankung bei mir entdeckt. Die folgende Operation veränderte vieles und verschob meinen Fokus. Ich fing wieder an zu programmieren und kehrte damit zu meinen Wurzeln zurück (Informatikstudium). Panta Flux bekam eine neue Facette: musikbezogene Software. Etwaige Parallelen zu Tim Exile sind rein zufällig und waren ganz sicher nicht so geplant. Aber ohne diese Zäsur gäbe es diese Website gar nicht.
MPE & ich
Ich konnte mich noch nie mit herkömmlichen Klaviaturen anfreunden. Für dieselben Tonabstände braucht man je nach Position völlig andere Fingerakrobatiken – eine Folge historischer Zufälle ohne musikalische Logik. In meinem Kopf produziert das nur Knoten. Ähnlich wie bei QWERTZ (noch dazu auf unergonomisch angeordneten Tasten), das ich aus vergleichbaren Gründen zugunsten von NEO2 aus meinem Leben verbannt habe.
Der Moment, in dem mir klar wurde, dass dabei nicht ich das Problem bin, kam durch einen zufälligen Blick auf eine Akkordeon-Tastatur: isometrisch, dieselbe Handhaltung für einen Akkord, egal wo. Der Akkord wandert herum – die Geste bleibt die gleiche. Das leuchtete mir sofort ein.
Als ich schließlich den ersten auf gut Glück bestellten Ableton Push auspackte und das Grid unter den Fingern spürte: „Jaaa!“ – ohne Anlaufzeit, ohne große Eingewöhnung. Ganz ehrlich: ohne den Push würde ich heute wahrscheinlich immer noch keine Musik machen.
Ein anderes Problem war subtiler: synthetische Klänge leben davon, dass man sie über die Zeit verändert – nicht einfach nur anschlägt. Ein Mod Wheel, für das ich die Hand von der Tastatur nehmen muss, unterbricht den Flow. MPE fördert ihn: Druck, Gleiten, Vibrato direkt unter den Fingern, pro Note, ohne Umweg. Der Klang folgt dem Körper, dem Gefühl.
Deshalb stehen bei mir Dinge herum, die auf den ersten Blick merkwürdig aussehen: ein Hexagon-Gitter (Exquis), eine weiche Fläche voller Sensoren (Erae 2), ein Keyboard dessen Tasten wackeln, wenn man will (Osmose), ein Push 3, der nicht nur Sequenzen steppt, sondern Noten fühlbar macht. Nicht aus Sammeltrieb für kuriose Geräte, sondern aus erlebter Nützlichkeit und Überzeugung.
Patch Bay
Alle Leitungen führen irgendwohin.